CatBoter — vernetzter Katzenfutterspender
Selbst entwickelter IoT-Futterspender für meine Katzen: automatische Futterzeiten, Portionierung per Wägezelle, Laser-Füllstandssensoren mit E-Mail-Alarm und ein eigenes Web-Dashboard — fernsteuerbar über OpenVPN.
Aus der täglichen Pflicht, meine beiden Katzen Rocco und Ayla zu füttern, wurde ein IoT-Projekt: der CatBoter — ein selbst entwickelter, vernetzter Futterspender. Er füttert vollautomatisch zu festen Zeiten, überwacht den Füllstand per Lasersensor, wiegt die abgegebene Menge und lässt sich komplett über ein eigenes Web-Dashboard steuern.
Die Idee
Rocco und Ayla bekommen jeden Morgen und jeden Abend ihre Portion. Was als kleine Routine beginnt, ist im Alltag an feste Zeiten gebunden — genau solche wiederkehrenden, klar definierten Abläufe eignen sich ideal für eine Automatisierung. Der CatBoter sollte deshalb nicht nur füttern, sondern als vernetztes Gerät überwacht und ferngesteuert werden können.
Was der CatBoter kann
Digitale Portionierung: Die Futtermenge lässt sich digital festlegen und jederzeit anpassen — wichtig, weil sich der Bedarf der jungen Katzen über die Wachstumsphase verändert, ohne dass man in die Mechanik eingreifen muss. Der Futternapf steht dabei auf einer Waage: Jede Portion wird beim Ausgeben in Echtzeit gewogen und lässt sich so perfekt grammgenau dosieren.
Automatisiertes Füttern: Die Futterzeiten sind fest hinterlegt (morgens und abends, aktuell in vier Portionen). Ergänzend gibt es eine manuelle Bedienung, die bei Bedarf sofort eine Portion auslöst.
Füllstand mit Alarm: Zwei Laser-Sensoren messen den Füllstand der Vorratsbehälter. Fällt er unter eine einstellbare Schwelle, erscheint eine Warnung im Dashboard und es geht zusätzlich eine Alarmierung per E-Mail raus, bevor ein Behälter leer ist.
Feste Futterzeiten, manuelle Bedienung, sensorbasierte Füllstandsüberwachung und grammgenaue Gewichtskontrolle — zu einem vernetzten Gerät mit automatischer Alarmierung verbunden.
Der erste Prototyp
Angefangen hat der CatBoter als Holzkasten. Schon diese erste Version fütterte automatisch und liess sich über eine einfache App bedienen — mit Portionsgrösse und Füllstandsanzeige. Sie hat den Alltagstest bestanden und die Grundlage für die Neukonstruktion gelegt.
Die finale Version
Für die finale Version habe ich das Gerät komplett neu konstruiert und in 3D gedruckt — ein schlankes Gehäuse in Schwarz, Grau und Weiss. Das Herz ist die Dosier-Mechanik: Eine Förderschnecke unter dem Vorratsbehälter schiebt das Trockenfutter portioniert in den Napf. Der Napf selbst steht auf einer Waage, sodass die Menge direkt beim Dosieren gewogen und exakt getroffen wird.
Im Inneren sitzen ein Mikrocontroller, die Laser-Distanzsensoren für den Füllstand und die Verkabelung. Als Logik- und Automatisierungsschicht dient Node-RED; der Fernzugriff läuft abgesichert über OpenVPN, und das System bietet eine Anbindung an Gebäudeautomation.
Die Web-Visualisierung
Bedient und überwacht wird die finale Version über eine eigene, responsive Web-Oberfläche im «Signal»-Look (dunkel, Cyan-Akzent). Sie löst die erste App ab und gliedert sich in vier Bereiche:
Übersicht: Auf einen Blick Tankfüllstand, aktuelles Napfgewicht und die heute abgegebene Menge; dazu ein «Manuell füttern»-Knopf, ein Verbrauchsverlauf (Woche/Monat) und die Liste der heutigen Fütterungen mit Soll- und Ist-Menge in Gramm.
Monitoring: Kennzahlen im Detail — heute abgegebene Menge, 7-Tage-Durchschnitt, Zuverlässigkeit (wie viele Fütterungen erfolgreich waren) und Konsistenz. Dazu ein 7-Tage-Trend, die heutigen Aktivitäten und der belegte Speicherplatz.
Fütterung: Hier legt man Fütterungspläne an — als fester Auto-Plan mit festen Uhrzeiten oder als Random-Plan mit zufälligen Zeiten innerhalb eines Zeitfensters und einem Mindestabstand. Menge, Fütterungen pro Tag und aktive Wochentage sind frei einstellbar.
Einstellungen: Auto-Aktualisierung der Sensordaten (alle 10 s), Benachrichtigungen, die Warnschwelle für den Füllstand sowie die Kalibrierung von Gewichtssensor und Laser-Tanksensor. Dazu die Netzwerk-Einstellungen mit WLAN, einem automatischen Fallback-Access-Point und Ethernet.
Fazit
Der CatBoter zeigt im Kleinen, was IoT im Grossen leistet: Ein alltäglicher, wiederkehrender Prozess wird vernetzt, automatisiert und überwachbar. Vom Holzkasten mit einfacher App zum 3D-gedruckten Gerät mit vollem Web-Dashboard — ein zuverlässiges, fernwartbares System und nebenbei ein lehrreiches Projekt rund um CAD, Mikrocontroller, Sensorik und Node-RED.
