Der Stack Baukasten: Docker Stacks ohne YAML zusammenklicken
Ein kostenloses Werkzeug auf iotueli.ch, mit dem du komplette Docker Stacks per Mausklick zusammenstellst und als fertige compose.yml herunterlädst. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie es geht.
Container betreiben, ohne eine einzige Zeile YAML von Hand zu schreiben. Der Stack Baukasten ist ein kostenloses Werkzeug auf iotueli.ch, mit dem du komplette Docker Stacks per Mausklick zusammenstellst und als fertige compose.yml herunterlädst. Diese Anleitung zeigt dir ganz genau, wie das geht.
Was der Stack Baukasten macht
Normalerweise schreibt man für mehrere Docker Dienste eine lange compose.yml von Hand. Man muss Images, Ports, Netze, Abhängigkeiten und Passwörter selbst zusammensuchen und richtig verschachteln. Der Stack Baukasten nimmt dir genau diese Arbeit ab: du wählst Dienste aus, ordnest sie in Netze und stellst ein paar Werte ein. Die fertige Datei entsteht live nebenbei.
Die Oberfläche ist in vier Bereiche geteilt: Links die Palette mit über neunzig fertigen Container Vorlagen. In der Mitte die Arbeitsfläche, auf der deine Dienste als Kacheln liegen. Rechts die Detail Spalte, in der du einen ausgewählten Dienst genau einstellst. Unten die fertige compose.yml und die .env, die sich bei jeder Änderung sofort aktualisieren.
Alles läuft rein im Browser. Es gibt keinen Server, kein Konto und keine Cloud. Passwörter werden lokal in deinem Browser erzeugt und verlassen ihn nie. Der Baukasten erstellt nur Dateien, die du anschliessend auf deinem eigenen Server startest.
Für wen das gedacht ist
Für alle, die zuhause oder im kleinen Büro Dienste wie Home Assistant, Nextcloud, Grafana, Paperless oder Pi hole selbst betreiben möchten, aber nicht jede Zeile Konfiguration von Hand tippen wollen. Du brauchst kein tiefes Docker Wissen. Es hilft, die Grundidee von Containern zu kennen, mehr aber nicht.
Voraussetzungen
Der Stack Baukasten selbst läuft komplett im Browser und braucht nichts ausser einer Internetverbindung. Die fertige Datei startest du danach aber auf einem Rechner, der durchgehend läuft und auf dem Docker installiert ist. Das kann ein kleiner Heimserver, ein Raspberry Pi, ein NAS oder ein Mini PC sein.
Ob Docker schon vorhanden ist, prüfst du im Terminal dieses Rechners mit zwei Befehlen:
1docker version2docker compose version
Bekommst du jeweils eine Versionsnummer angezeigt, bist du startklar und kannst weiterlesen. Erscheint stattdessen eine Meldung wie command not found, fehlt Docker noch. Wie du es einrichtest, zeigt dir Schritt für Schritt die Anleitung Docker installieren. Die Grundlagen zum Befehl docker compose erklärt ausserdem die Anleitung Docker Compose: erste Schritte.
Schritt für Schritt
1. Eine Vorlage wählen
Am schnellsten startest du mit einer Vorlage. Oben in der Kopfzeile gibt es das Auswahlmenü Vorlage mit vierzehn fertigen Stacks, zum Beispiel Smart Home, Monitoring, Nextcloud Cloud, Medien oder Industrie IoT. Wähle einen Eintrag aus und der passende Stack erscheint sofort auf der Arbeitsfläche.
Im Beispiel Smart Home siehst du Mosquitto, Zigbee2MQTT und Node RED zusammen in einem Docker Netz namens iot netz. Dienste im selben Netz erreichen sich über ihren Namen. Home Assistant liegt in einer eigenen Spur, weil es das Host Netz des Servers braucht und deshalb in kein eigenes Docker Netz gehört. Die grüne Zeile unten meldet, dass alles in Ordnung ist.
2. Eigene Dienste hinzufügen
Du bist nicht auf Vorlagen angewiesen. Links in der Palette stehen alle Container nach Kategorien geordnet, von Datenbanken über Smart Home und Automatisierung bis Netzwerk. Ein Klick auf einen Eintrag legt ihn auf die Arbeitsfläche. Noch schneller geht es mit der Tastenkombination Strg und K: damit öffnest du eine Schnellsuche, tippst den Namen und bestätigst mit der Eingabetaste.
3. Einen Dienst genau einstellen
Klick auf eine Kachel und rechts öffnet sich die Detail Spalte. Hier stellst du alles ein, was der Container braucht. Ganz oben legst du unter Nach aussen erreichbar fest, wie weit der Dienst sichtbar ist: nur intern für andere Container, nur auf dem Server selbst, oder im ganzen LAN. Darunter passt du die Ports an, also welcher Port des Servers auf welchen Port im Container zeigt.
Bei Passwörtern und geheimen Werten findest du ein Würfel Symbol. Ein Klick erzeugt ein starkes Zufallspasswort direkt im Browser. Es gibt ausserdem einen eigenen Abschnitt Hardware und Geräte: damit reichst du zum Beispiel einen USB Stick für Zigbee oder Z Wave in den Container durch. Du trägst den Pfad einfach ein, etwa /dev/ttyUSB0, da dieser je nach Gerät anders heisst. Weitere Umgebungsvariablen kannst du jederzeit ergänzen oder entfernen.
4. Passwörter und die Sicherheits Hinweise beachten
Der Baukasten passt im Hintergrund auf und meldet sich, wenn etwas fehlt oder unsicher wäre. Diese Hinweise stehen als farbige Zeilen unter der Arbeitsfläche. Ein gelber Punkt auf einer Kachel zeigt, welcher Dienst betroffen ist. Ein Klick auf einen Hinweis springt direkt zur richtigen Kachel.
Im Beispiel Nextcloud Cloud arbeiten Nextcloud, PostgreSQL und Redis zusammen. Solange die Passwörter leer sind, warnt der Baukasten in Gelb. Erzeuge die fehlenden Passwörter mit dem Würfel Symbol, dann verschwinden die Hinweise.
Erzeuge für jeden geheimen Wert ein Passwort, bevor du den Stack startest. Praktisch: Bei zusammengehörigen Diensten wie Nextcloud und PostgreSQL setzt der Baukasten automatisch EIN gemeinsames Passwort an beide Stellen und verbindet die App gleich richtig mit ihrer Datenbank.
Die fertige compose.yml und die .env
Während du baust, entstehen unten zwei Dateien live mit. Die compose.yml beschreibt alle Dienste, Netze und Datenträger. Die .env enthält nur die geheimen Werte wie Passwörter, sauber davon getrennt. So landet kein Passwort im Klartext in der eigentlichen Konfiguration. Beide Dateien kannst du oben rechts kopieren oder herunterladen. Der Baukasten setzt dabei von sich aus gute Standardwerte wie sichere Optionen, Healthchecks für Datenbanken und feste Image Versionen.
Auf dem eigenen Server starten
Lade die compose Datei und die .env herunter und lege beide in denselben Ordner auf deinem Server. Danach startest du den ganzen Stack mit einem einzigen Befehl im Terminal:
1docker compose up -d
Fertig. Docker lädt die Images und startet alle Container. Welche Adresse welcher Dienst danach hat, steht im Reiter Auf deinem Server starten direkt im Baukasten, zusammen mit einer Übersicht der Zugangsdaten.
Was sonst noch geht
Der Baukasten kann mehr, als nur Dienste auflisten. Du kannst einen Reverse Proxy mit automatischem HTTPS aktivieren (Traefik oder Caddy), einem Container über macvlan eine eigene IP im LAN geben, einen bestehenden docker run Befehl oder eine vorhandene Datei importieren, deinen Aufbau als Link teilen und eine schematische Topologie Karte als Bild exportieren. Verschieben, rückgängig machen mit Strg und Z und das Aufräumen der Netze sind ebenfalls eingebaut.
Probier es einfach aus: Der Stack Baukasten ist kostenlos und du kannst nichts kaputt machen. Alles passiert in deinem Browser. Du findest ihn auf iotueli.ch/builder.
