Wallbox-Entscheidung: 11 kW oder 22 kW?
Autor
Ueli Iff
Veröffentlicht
Lesezeit
2 Min.

Immer mehr Menschen in meinem Umfeld stellen derzeit von fossilen Brennstoffen auf Elektromobilität um. Eine Frage taucht dabei nahezu in jedem Gespräch auf: Soll es eine Wallbox mit 11 kW oder doch mit 22 kW sein? Die Frage ist berechtigt – und die Antwort hängt von mehr Faktoren ab, als zunächst vermutet.
Worum geht es bei der Ladeleistung?
Der grösste Unterschied liegt in der Ladezeit: Eine 22-kW-Wallbox halbiert sie gegenüber einer 11-kW-Station. Was nach einem klaren Vorteil klingt, hat allerdings eine Kehrseite – das schnellere Laden ist weniger schonend für den Akku des Fahrzeugs. Vor der Entscheidung für eine 22-kW-Wallbox sollten daher einige Punkte vorab geklärt werden.
Hausanschluss. Welcher Strom steht an deinem Hausanschlusskasten überhaupt zur Verfügung?
Fahrzeuggrenze. Mit welcher Leistung lässt sich dein Fahrzeug maximal laden?
Empfehlung für den Privatbereich
Im privaten Umfeld empfehle ich eine 11-kW-Ladestation. In der Regel wird das Elektrofahrzeug über Nacht geladen – die schnelle Ladung spielt dann schlicht keine entscheidende Rolle mehr. Die längere Ladezeit ist kein Nachteil, wenn das Auto ohnehin mehrere Stunden an der Wallbox steht.
Wann sich 22 kW im Unternehmen lohnen
Im betrieblichen Kontext sieht die Lage anders aus. Für den Aussendienst kann eine 22-kW-Ladestation durchaus sinnvoll sein, da hier in der Regel grössere Strecken zurückgelegt werden und kürzere Ladezeiten den Arbeitsalltag entlasten. Für Mitarbeitende im Innendienst genügt hingegen eine 11-kW-Ladestation: Das Fahrzeug steht meist 5 bis 8 Stunden am Stück und ist in dieser Zeit problemlos vollständig geladen.
Ab 12 kW Ladeleistung – und damit auch bei einer 22-kW-Wallbox – ist eine Genehmigung des Netzbetreibers erforderlich.
Das Wichtigste auf einen Blick
Privatbereich. Meine Empfehlung ist eine 11-kW-Ladestation.
Aussendienst. Eine Wallbox mit 22 kW eignet sich hervorragend für den Aussendienst in einem Unternehmen.
Genehmigung. Bei einer Ladestation ab 12 kW (22 kW) benötigen Sie eine Genehmigung des Netzbetreibers.
Installation. Die Installation sollte immer durch eine Fachperson ausgeführt werden.
Fazit
Die Wahl zwischen 11 kW und 22 kW ist keine reine Leistungsfrage, sondern eine Frage des Nutzungsprofils. Für das Laden über Nacht zu Hause ist die 11-kW-Wallbox die schonendere und meist völlig ausreichende Lösung. Die 22-kW-Variante spielt ihre Stärken dort aus, wo schnelles Nachladen tatsächlich gebraucht wird – etwa im Aussendienst. Klären Sie vorab Hausanschluss und Fahrzeuggrenze, denken Sie an die Genehmigung des Netzbetreibers und überlassen Sie die Installation einer Fachperson.

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